Diese zwei Änderungen betreffen alle Kunden

Diese zwei Änderungen betreffen alle Kunden

Es gibt Banken, die erfinden sich alle paar Jahre neu. Und dann gibt es die Sparkasse. Die hat sich beim Blick aufs Girokonto lange ungefähr so dynamisch verhalten wie eine deutsche Behörde beim Faxgerät. Umso erstaunlicher ist, was gerade passiert. Und das über Nacht. Millionen Kunden der Sparkasse werden die Änderungen an zwei ziemlich unterschiedlichen Stellen merken.

Erst das Sichtbare: die neue Karte der Sparkasse

Ab sofort geben die ersten Sparkassen ihre neuen Girocards und Kreditkarten aus – das erste echte Redesign seit 15 Jahren. Du musst dafür nichts tun. Die neue Karte kommt automatisch, wenn du ein Konto eröffnest, deine bisherige Karte abläuft oder du eine Ersatzkarte brauchst. Wer noch eine gültige Karte im alten Design besitzt, kann sie bis zum Ablaufdatum ganz normal weiter nutzen. Einen verpflichtenden Austausch gibt es nicht.

Optisch wirkt die neue Karte deutlich aufgeräumter. Früher war die Karte eine Litfaßsäule aus Zahlen, Logos und Kontodaten. Jetzt steht vorne fast nur noch das rote S. Die Karte wirkt eher wie eine Visitenkarte von Apple als wie die Sparkassenkarte, die seit anderthalb Jahrzehnten in Millionen Portemonnaies steckt. Auch der inzwischen weitgehend bedeutungslose Unterschriftsstreifen verschwindet.

So sieht die neue Karte der Sparkasse aus
So sieht die neue Karte der Sparkasse aus Image source: Sparkasse

Im Hintergrund ändert sich ebenfalls etwas: Statt Lasergravur oder klassischer Prägung kommt künftig ein neues Personalisierungsverfahren zum Einsatz, das die Karten langlebiger wirken lässt und die Beschriftung besser lesbar machen soll.

Die eigentliche Nachricht spielt aber woanders

Wer sich aber für Kartendesigns begeistert, sortiert vermutlich auch seine USB-Kabel nach Farbton. Spannender ist, was die Sparkasse fast nebenbei macht. Jahrelang war Bitcoin bei der Sparkasse ungefähr so willkommen wie ein Lagerfeuer im Archiv. Zu riskant. Zu spekulativ. Nichts für seriöse Kunden. Jetzt wandert derselbe Bitcoin direkt in die Banking-App. Also dorthin, wo bislang Daueraufträge und Sparpläne wohnen.

Künftig sollen Kunden Bitcoin direkt über die Sparkassen-App kaufen und verkaufen können. Abgewickelt wird das Angebot über die DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen-Finanzgruppe. Grundlage dafür ist die europäische MiCA-Regulierung, die erstmals einen einheitlichen Rechtsrahmen für Kryptowerte geschaffen hat.

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Der Start erfolgt schrittweise, denn jede der rund 350 Sparkassen entscheidet selbst, ob sie das Angebot einführt. Bemerkenswert ist dabei vor allem der Spagat: Die Sparkasse bezeichnet Bitcoin weiterhin ausdrücklich als hochspekulative Geldanlage mit Totalverlustrisiko. Eine Anlageberatung soll es deshalb nicht geben. Wer kauft, entscheidet selbst.

Die Bank warnt ihre Kunden also vor genau dem Produkt, das sie ihnen künftig direkt in der eigenen App anbietet. Das wirkt zunächst widersprüchlich. Tatsächlich ist es wohl beides zugleich: regulatorisch sauber und wirtschaftlich notwendig. Denn wer Bitcoin kaufen wollte, tat das bislang ohnehin. Nur eben bei anderen Anbietern.

Was sich für Kunden der Sparkasse ändert

Beim Kartentausch praktisch nichts. Deine bisherige Karte bleibt bis zum Ablaufdatum gültig, danach bekommst du automatisch das neue Design. Bezahlen, Geld abheben oder Online-Einkäufe funktionieren wie bisher.

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Beim Thema Bitcoin fällt künftig vor allem ein Umweg weg. Statt ein Konto bei einer Kryptobörse zu eröffnen, dich dort zu identifizieren und Geld zu überweisen, soll der Handel direkt über die Sparkassen-App möglich sein. Die Verwahrung erfolgt innerhalb eines regulierten Bankenumfelds, was das Risiko unseriöser Anbieter reduziert. An der entscheidenden Eigenschaft von Bitcoin ändert das allerdings nichts: Der Kurs kann weiterhin genauso schnell steigen wie fallen.

Mehr als nur ein neues Stück Plastik

Das neue Kartendesign ist kosmetisch. Bitcoin in der Banking-App ist dagegen ein echter Strategiewechsel. Beides zusammen zeigt, dass sich selbst die traditionsbewusste Sparkasse bewegt. Langsam, vorsichtig und mit jeder Menge Warnhinweisen – aber eben doch.

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