Etwa einmal im Quartal zieht die ING den Stecker. Über zehn Millionen Kunden müssen sich in der Nacht vom 17. auf den 18. Juli auf eine Zwangspause einstellen: Von Samstag, 0 Uhr, bis etwa 14 Uhr sind Online-Banking und App nicht erreichbar. Auch Echtzeitüberweisungen bleiben in dieser Zeit außen vor. Weder Geld senden noch empfangen ist möglich. Das Geld ist zwar weiterhin da, nur anschauen oder spontan verschieben lässt es sich vorübergehend nicht.
Warum die ING alles abschaltet
Hinter der Auszeit steckt ein sogenanntes Business-Release. Die ING spricht damit von einer Generalüberholung ihrer Banktechnik. Dreimal im Jahr nimmt sie dafür ihre Systeme komplett vom Netz und modernisiert Backend, Datenbanken und andere zentrale Komponenten in einem Rutsch.
Man kann sich das vorstellen wie einen Elektriker, der eine Wohnung neu verkabelt: Solange am Sicherungskasten gearbeitet wird, bleibt das Licht aus. Weil App und Online-Banking direkt an diesem technischen Unterbau hängen, gehen sie während der Arbeiten gleich mit offline.
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Für die ING ist das inzwischen Routine. Bereits im März stand das Online-Banking rund 15 Stunden still, zuvor im November 2025. Die Wartungen folgen einem ziemlich verlässlichen Rhythmus: etwa alle vier Monate, nachts und am Wochenende. Also dann, wenn möglichst wenige Kunden betroffen sind.
Was die Kunden davon haben
Als Gegenleistung verspricht die ING modernere Systeme und mehr Sicherheit. Die meisten Änderungen bleiben allerdings unsichtbar, weil sie tief im Hintergrund stattfinden. Neue Funktionen tauchen oft erst Wochen oder Monate später auf, wenn überhaupt. Der eigentliche Effekt besteht zunächst darin, dass danach alles wieder laufen soll.
Was trotzdem funktioniert
Wer jetzt befürchtet, am Samstagmorgen weder Brötchen noch Kaffee bezahlen zu können, kann aufatmen: Kartenzahlungen, Apple Pay und Google Pay funktionieren ganz normal weiter. Betroffen sind ausschließlich Dienste, die direkt auf das Konto zugreifen – also Online-Banking, die App und Überweisungen, erklärt die ING.
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Wer am Wochenende noch eine wichtige Überweisung erledigen oder seinen Kontostand prüfen möchte, sollte das deshalb besser vor Mitternacht erledigen. Denn für ein paar Stunden macht selbst eine Digitalbank das, was man von Computern eigentlich nie hören möchte: „Bitte später noch einmal versuchen.“

