Die hohe Inflation im Euroraum hat dazu geführt, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Zinskurs wieder verändert hat. Nach vielen Nullrunden sind die Leitzinsen zuletzt wieder gestiegen. Und das sind einerseits gute, andererseits aber auch schlechte Nachrichten. Denn was für Kreditnehmer höhere Zinszahlungen bedeutet, ist für Sparer mit steigenden Erträgen, also höheren Geldeinnahmen auf die eigenen Ersparnisse, verbunden. Nicht nur beim Tagesgeld, sondern auch beim Festgeld.
Festgeld: Was ist das eigentlich?
Anders als beim Tagesgeld, das dir bei einer Einzahlung auf ein entsprechendes Tagesgeldkonto jederzeit zur freien Verfügung steht, ist Festgeld für einen bestimmten Zeitraum auf einem Festgeldkonto angelegt. Es ist dann für bis zu zehn Jahre nicht mehr verfügbar. Für diese finanzielle Einschränkung erhältst du auf einem Festgeldkonto aber über einen längeren Zeitraum eine höhere Verzinsung als auf einem Tagesgeldkonto.
In Zahlen ausgedrückt heißt das: Beim Festgeld ist derzeit eine Verzinsung von bis zu 3,50 Prozent p.a. drin. Diesen aktuellen Höchstsatz gibt es aber nur bei zehn Jahren Laufzeit. Beim Tagesgeld sind es momentan sogar bis zu 4,00 Prozent pro Jahr. Aber in der Regel nur für einen kurzen Zeitraum von wenigen Monaten. Danach gilt beim Tagesgeld ein Basiszins, der deutlich niedriger ausfällt.
Sowohl Tagesgeld- als auch Festgeldkonten gelten als eine der momentan sichersten Anlageformen für persönliche Ersparnisse. Die Verzinsung gleicht den aktuellen Geldwertverlust (Inflation) bei einigen Banken sogar aus. Wohlgemerkt: bei einigen Banken, nicht bei allen Festgeldangeboten! Denn zuletzt lag die Inflation in Deutschland wieder bei 2,6 Prozent (Stand: Mai 2026).
Wichtig auch: Bis zu einem Betrag von 100.000 Euro pro Konto sind deine Einlagen bei den von uns gelisteten Angeboten über die Einlagensicherungsfonds der jeweiligen EU-Länder, in denen die von dir gewählte Bank heimisch ist, geschützt. Solltest du mehr als 100.000 Euro auf der hohen Kante liegen haben, teile dein Geld auf Konten bei verschiedenen Banken auf.
Wie hoch sind die Zinsen beim Festgeld?
Wie hoch der Zinssatz auf dem Festgeldkonto deiner Wahl am Ende tatsächlich ist, hängt unter anderem von der gewählten Laufzeit ab. Je länger du dein Geld bei einer Bank anlegst, desto höher ist in der Regel die Verzinsung. In jedem Fall solltest du nicht das erstbeste Angebot nutzen, sondern verschiedene Festgeld-Angebote miteinander vergleichen.
Festgeld-Vergleich mit sechs Monaten Laufzeit
| Bank / Versicherung | Zinssatz | Anlagegrenzen | staatliche gesetzliche Einlagensicherung in | |
|---|---|---|---|---|
| Bigbank Festgeld |
2,80 Prozent p.a. | mind.: 1.000 €
max.: 100.000 € |
Estland | jetzt Konto eröffnen |
| Grenke Bank Festgeld |
2,80 Prozent p.a. | mind.: 5.000 €
max.: 500.000 € |
Deutschland | jetzt Konto eröffnen |
| HoistSpar Festgeld |
2,75 Prozent p.a. | mind.: 1 €
max.: 90.000 € |
Schweden | jetzt Konto eröffnen |
| State Bank of India / SBI Frankfurt Festgeld |
2,75 Prozent p.a. | mind.: 20.000 €
max.: 200.000 € |
Deutschland | jetzt Konto eröffnen |
| Ferratum Festgeld |
2,70 Prozent p.a. | mind.: 100 €
max.: 100.000 € |
Malta | jetzt Konto eröffnen |
| J&T Direktbank Festgeld |
2,70 Prozent p.a. | mind.: 1.000 €
max.: 250.000 € |
Tschechien | jetzt Konto eröffnen |
| Akbank AK Online-Festgeld |
2,66 Prozent p.a. | mind.: 2.000 €
max.: 1.000.000 € |
Deutschland | jetzt Konto eröffnen |
| Bank of Scotland Festgeld |
2,60 Prozent p.a. | mind.: 100 €
max.: 500.000 |
Deutschland | jetzt Konto eröffnen |
| Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) Flexibles Festgeld |
2,60 Prozent p.a. | mind.: 500 €
max.: 1.000.000 € |
Spanien | jetzt Konto eröffnen |
| SWK Bank Festgeld |
2,60 Prozent p.a. | mind.: 10.000 €
max.: 250.000 € |
Deutschland | jetzt Konto eröffnen |
Festgeld im Vergleich mit einem Jahr Laufzeit
| Bank / Versicherung | Zinssatz | Zinseinschränkungen | staatliche gesetzliche Einlagensicherung in | |
|---|---|---|---|---|
| Bigbank Festgeld |
3,05 Prozent p.a. | mind.: 1.000 €
max.: 100.000 € |
Estland | jetzt Konto eröffnen |
| HoistSpar Festgeld |
3,03 Prozent p.a. | mind.: 1 €
max.: 90.000 € |
Schweden | jetzt Konto eröffnen |
| Opel Direktbank Festgeld |
3,02 Prozent p.a. | mind.: 1.000 €
max.: 1.000.000 € |
Frankreich | jetzt Konto eröffnen |
| Stellantis Direktbank Festgeld |
3,02 Prozent p.a. | mind.: 500 €
max.: 1.000.000 € |
Frankreich | jetzt Konto eröffnen |
| Akbank Festgeld |
3,01 Prozent p.a. | mind.: 2.000 €
max.: 1.000.000 € |
Deutschland | jetzt Konto eröffnen |
| J&T Direktbank Festgeld |
3,00 Prozent p.a. | mind.: 1.000 €
max.: 250.000 € |
Tschechien | jetzt Konto eröffnen |
| SWK Bank Festgeld |
3,00 Prozent p.a. | mind.: 10.000 €
max.: 250.000 € |
Deutschland | jetzt Konto eröffnen |
| Volkswagen Bank Plus Sparbrief |
3,00 Prozent p.a. | mind.: 2.500 €
max.: kein Limit |
Deutschland | jetzt Konto eröffnen |
| State Bank of India / SBI Frankfurt Festgeld |
3,00 Prozent p.a. | mind.: 20.000 €
max.: 200.000 € |
Deutschland | jetzt Konto eröffnen |
| Ascory Bank Festgeldkonto |
3,00 Prozent p.a. | mind.: 5.000 €
max.: 500.000 € |
Deutschland | jetzt Konto eröffnen |
Festgeld-Vergleich mit zwei Jahren Laufzeit
| Bank / Versicherung | Zinssatz | Anlagegrenzen | staatliche gesetzliche Einlagensicherung in | |
|---|---|---|---|---|
| J&T Direktbank Festgeld |
3,20 Prozent p.a. | mind.: 1.000 €
max.: 250.000 € |
Tschechien | jetzt Konto eröffnen |
| Bigbank Festgeld |
3,15 Prozent p.a. | mind.: 1.000 €
max.: 100.000 € |
Estland | jetzt Konto eröffnen |
| HoistSpar Festgeld |
3,11 Prozent p.a. | mind.: 1 €
max.: 90.000 € |
Schweden | jetzt Konto eröffnen |
| Stellantis Direktbank Festgeld |
3,10 Prozent p.a. | mind.: 500 €
max.: 1.000.000 € |
Frankreich | jetzt Konto eröffnen |
| Opel Direktbank Festgeld |
3,10 Prozent p.a. | mind.: 1.000 €
max.: 1.000.000 € |
Frankreich | jetzt Konto eröffnen |
| SWK Bank Festgeld |
3,10 Prozent p.a. | mind.: 10.000 €
max.: 250.000 € |
Deutschland | jetzt Konto eröffnen |
| Volkswagen Bank Plus Sparbrief |
3,10 Prozent p.a. | mind.: 2.500 €
max.: kein Limit |
Deutschland | jetzt Konto eröffnen |
| Ford Money Festgeldkonto |
3,10 Prozent p.a. | mind.: 500 €
max.: 1.000.000 € |
Deutschland | jetzt Konto eröffnen |
| Ascory Bank Festgeldkonto |
3,05 Prozent p.a. | mind.: 5.000 €
max.: 500.000 € |
Deutschland | jetzt Konto eröffnen |
| Grenke Bank Festgeld |
3,05 Prozent p.a. | mind.: 5.000 €
max.: 500.000 € |
Deutschland | jetzt Konto eröffnen |
Achtung: Wenn du auf ein Festgeld-Angebot setzt, das eine längere Laufzeit hat, solltest du dir sicher sein, dass du in den kommenden Jahren gut auf dein langfristig angelegtes Geld verzichten kannst. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass du während dieser Zeit von keinen Zinssteigerungen profitieren kannst. Umgekehrt ist dir der vereinbarte Zins aber auch dann garantiert, wenn die Zinsen wieder stark fallen sollten. Sei zudem vor betrügerischen Festgeld-Angeboten auf der Hut.
Kniffe bei der Versteuerung von Zinsen
Wenn du dich für ein Festgeldkonto bei einer ausländischen Bank entscheidest, solltest du in jedem Fall beachten, dass es zu Kniffen bei der Versteuerung kommen kann. Verfügt die von dir gewählte Bank nämlich nicht über einen deutschen Sitz, ist es oft so, dass deine Kapitalerträge in Form von Zinsen nicht direkt versteuert werden.
Die sogenannte Abgeltungssteuer – oder teilweise auch die Quellensteuer für ausländische Zinserträge – wird dann nicht von der Bank an den deutschen Staat abgeführt. Stattdessen musst du deine Kapitalerträge selbst bei der nächsten Steuererklärung angeben und nachträglich versteuern. Das ist unter Umständen mit mehr Aufwand verbunden. Du solltest derartige Einnahmen auf keinen Fall deinem Finanzamt vorenthalten. Denn bei Steuervergehen kennt die Justiz oft nur wenig Gnade.
Auch einen Freistellungsauftrag kannst du bei vielen ausländischen Banken nicht hinterlegen, was deine Steuererklärung nochmals komplizierter macht. Es kann sich deswegen unter Umständen lohnen, einen niedrigeren Zinssatz bei einer Bank mit Sitz in Deutschland zu nutzen.
Fazit: Festgeld lohnt sich wieder – mit Einschränkungen
Wer Ersparnisse auf der hohen Kante liegen hat und sicher gehen kann, den gewählten Anlagebetrag in den kommenden Jahren nicht zu benötigen, kann über die Eröffnung eines Festgeldkontos nachdenken. Denn beim Festgeld winken teilweise höhere Zinsen als beim Tagesgeld.
Teil der Wahrheit ist aber auch, dass mit ETFs und Aktien in einem Wertpapierdepot potenziell noch deutlich höhere Renditen zu erzielen sind. Während du beim Festgeld aber eine garantierte Verzinsung erhältst, ist die Rendite bei Wertpapieren volatil.
Das heißt: Mit Glück fällt deine Rendite in einem Wertpapierdepot deutlich höher aus. Bei unvorhersehbaren Krisen und Konflikten wie dem Ausbruch einer Pandemie oder einem Krieg kann sich der Anlagebetrag bei Wertpapieren aber auch schnell verringern. Deswegen ist ein Wertpapierdepot Chance und Risiko zugleich.
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