Der Markt für faltbare Smartphones ist in Aufruhr wie wahrscheinlich seit dem Ur-Fold nicht: Die Nachfrage nach Flip-Faltern bricht zugunsten des Fold-Formats ein, und in wenigen Wochen wird Apple wohl sein erstes Falt-iPhone vorstellen. Wie reagiert Samsung? Mit gleich zwei grundverschiedenen „Folds“, die weniger Fold sind als all ihre Vorgänger.
Als erstes steht das erste Ultra-Fold. Mit 2.199 Euro Basispreis ist es das teuerste Samsung-Handy aller Zeiten – und das wohl kompromissloseste. Gleichzeitig gibt’s auch ein „normales“ Galaxy Z Fold 8, dass sich allerdings ganz grundlegend von dem Rest der Serie unterscheidet: Es ist deutlich kleiner, 200 Euro günstiger und hat ein ganz anderes Format. Wir konnten beide Modelle ausführlich ausprobieren und beantworten hier die Fragen, die du vor dem Kauf gestellt haben solltest. Apropos: Marktstart ist der 7. August.
Was ist mit der Display-Falte im Z Fold 8 (Ultra)?
Kurzantwort: Die Falte ist bei allen Foldables von Samsung deutlich schwächer geworden – aber auch 2026 nicht komplett unsichtbar.
Im Alltag wirst du die Falte beim Z Fold 8 Ultra nicht mehr bemerken. Selbst bei Streiflicht ist fast kein Knick mehr sichtbar, und auch mit dem Finger fühlt sich das Handy an der Knickstelle schon sehr glatt an. Zusammen mit der Faltstelle schafft es Samsung beim Galaxy Z Fold 8 Ultra damit immer mehr, den Foldable-Kompromiss mit all den Abstrichen des Formfaktors der vergangenen Generationen immer mehr in den Hintergrund zu schieben. Das Ultra ist damit eben ein solches: ein echtes Flaggschiff, das zusätzlich auch noch faltet.

Und das Z Fold 8 ohne Ultra? Zumindest bei Display und Scharnier musste Samsung nicht den Rotstift ansetzen, um die 200 Euro Preisdifferenz einzusparen. Der Bildschirm ist auf dem gleichen Niveau wie beim teureren Bruder, aber das Feeling mit dem Gerät ist aufgrund des neuen Formats natürlich ein komplett anderes.
Wie lebt sich’s mit den unterschiedlichen Displays?
Kurzantwort: Das Galaxy Z Fold 8 Ultra ist das Arbeitstier und zielt auf den Bereich Produktivität. Das 4:3-Display im Z Fold 8 eignet sich dagegen besser für den Medienkonsum.
Das neue Fold 8 bietet ein 7,6-Zoll-Innendisplay im 4:3-Format und ein 5,5-Zoll-Außendisplay in 16:10. Der Hauptbildschirm im „iPad-Format“ ist für Medienkonsum super geeignet – deutlich besser als das quadratische Display im größeren Fold 8 Ultra. Und zusammengeklappt ist das Fold 8 so groß wie ein Reisepass, und ebenfalls ein vollwertiges Handy.

Das Z Fold 8 Ultra kommt dagegen im altbekannten Fold-Format und fühlt sich wie ein etwas dürres, in die Länge gezogenes Smartphone an. Es ist ungefähr gleich lang wie das S26 Ultra, aber eben merklich schlanker. Aufgeklappt ist der Bildschirm nahezu quadratisch. Wer viel mobil arbeitet, hat hier quasi „zwei Handys nebeneinander“.

Wie dünn und leicht ist das „dünnste Fold aller Zeiten“ wirklich?
Kurzantwort: 4,1 mm aufgeklappt, 8,9 mm zusammengeklappt – gefaltet ist das Z Fold 8 Ultra kaum dicker als ein iPhone 17 Pro Max (8,8 mm) oder selbst das Galaxy S26 Ultra (7,9 mm). Das „normale“ Z Fold 8 bringt es aufgeklappt übrigens auf ebenfalls nur 4,5 mm.
Tja, und eigentlich kann ich hier nahtlos an den letzten Abschnitt anknüpfen: Das Z Fold 8 Ultra fühlt sich zusammengeklappt kaum noch anders an als ein normales Handy – auch das Display ist lang keine Abnormität mehr wie noch vor einigen Generationen.
Verrückt ist übrigens, dass Samsung die Dicke der Fold-Serie über die letzten Generationen hinweg nahezu halbiert hat. Zusammengeklappt war das allererste Fold noch 17,1 mm dick – also etwa so dick wie ein Z Fold 8 Ultra UND ein Galaxy S26 Ultra zusammen.

Akku im Fold 8: endlich besser – oder nur größer?
Kurzantwort: Beides! 5.000 mAh (erstmals mit Silizium-Karbon-Anode) und endlich 45-Watt-Laden beenden zwei der größten Fold-Schwächen auf einen Schlag.
Fünf Generationen lang klebte die Fold-Reihe bei 4.400 mAh. Jetzt ist der Sprung auf 5.000 mAh im Ultra und 4.800 mAh im Fold 8 geschafft, und zwar ohne dickere Gehäuse. Der Trick: Samsung setzt erstmals auf Silizium-Karbon-Technologie, wie sie die chinesische Konkurrenz (Honor, Oppo) schon länger nutzt. Geladen wird mit 45 Watt: In 30 Minuten soll das Ultra 67 Prozent schaffen, beim Fold 8 sind’s laut Hersteller 63 Prozent. Zum Vergleich: Das Fold 7 mit 25 Watt schaffte nur rund 50 Prozent in derselben Zeit.
Reicht die Kamera – auch ohne Zoom – beim Fold 8?
Kurzantwort: Das Ultra bekommt die 200-MP-Kamera des S26 Ultra – bombastisch! Allerdings gibt’s auch einen Haken bei der Ultra-Kamera. Und das Fold 8? Es verzichtet bewusst aufs Tele und verlässt sich auf digitalen Zoom auf dem 50-MP-Hauptsensor.
Erstmal im Detail die drei Kameramodule im Galaxy Z Fold 8 Ultra:
- Hauptkamera: 200 MP
- Ultraweitwinkel 50 MP
- 3-fach-Telekamera: 10 MP
Zu genau 66,6 Prozent ist das Kamera-Setup super. Doch leider fällt die 3-fach-Telekamera mit ihrem winzigen 10-MP-Sensor einfach deutlich ab und ist im Jahr 2026 nicht mehr zeitgemäß. Hier hätte ich mir fürs erste Ultra-Fold wirklich ein Upgrade gewünscht.

Schluss mit dem Rant, denn die neuen Folds haben auch echt spannende Creator-Features, die es so in keinem anderen Foldable gibt: Cine LUT mit vier Kino-Presets, Log-Video, APV-Codec, 8K-Auflösung. Du weißt nicht, was das bedeutet? Dann wirst du die Features vermutlich auch eher nicht nutzen.
Praxisnäher ist die MyFanCam: Markiere eine Person im Video, und die KI schneidet aus den Videos automatisch Fokus-Ausschnitte zusammen. Das ist schon ziemlich cool.

Und das Fold? Hier gibt’s zweimal 50 Megapixel in der Ultraweitwinkel- und Hauptkamera – und kein Tele. Laut Samsung haben es sich die Kunden so in Umfragen gewünscht („Gewicht > Zoom“), selbst schuld also quasi. Der 50-fach-Zoom sollte zumindest bis etwa 3x noch ausreichend digitales Zoomen ermöglichen, aber klar: mit 200 MP wäre hier mehr Luft gewesen.

Was Samsung dir nicht sagt
- Das 2.199-Euro-Ultra hat dieselbe Telekamera wie letztes Jahr. 10 MP, 3-fach-Zoom – exakt der Sensor, der schon beim Fold 7 als nicht Ultra-würdig kritisiert wurde. Beim S26 Ultra sieht Samsungs eigenes Zoom-Angebot ganz anders aus.
- Der S Pen bleibt gestrichen. Wie beim Fold 7 fehlt die Digitizer-Schicht – wer den Stift will, muss beim Fold 6 bleiben.
- 45 Watt klingen nur im Samsung-Kosmos schnell. Honor, Oppo & Co. laden ihre Foldables mit 66 bis 100 Watt. Ob man so viel braucht, steht auf einem anderen Blatt.
- Der „Creaseless“-Hype basierte auf einem Fake. Das virale Video zeigte ein Fold 7 – die echte Antwort steht oben in diesem Artikel.
- Das Launch-Angebot mit doppeltem Speicher für Schnellkäufer entfällt dieses Jahr. Die Speicherpreise lassen grüßen.
Fazit: Welches Fold ist das richtige für dich?
Für die meisten dürfte das Fold 8 das spannendere Gerät sein – und vielleicht nach dem Abflachen des Flip-Trends das nächste Massen-Foldable von Samsung.
Das Ultra lohnt sich nur, wenn Kamera und Display-Maximum dir 200 Euro plus Tele-Verzicht-Verzicht wert sind. Und vom 3x-Tele darf man sich auch keinen exorbitanten Mehrwert erwarten.
